Fundamentfrei


Wir möchten die Möglichkeiten stärken in Deutschland Kleinstbehausungen zu bewohnen und mobil zu gestalten. Unsere Zielvorstellungen sind rechtliche Rahmenbedingungen, welche die Tendenz zu flexibleren, kleineren Wohnformen ermöglichen.

Diese Tendenz zeigt sich auf verschiedenen Ebenen: Architekturbüros und experimentelle Wohnprojekte konzipieren modulare, minimalisierte Bauvorhaben, auf breiter gesellschaftlicher Ebene wird mit sogenannten Tiny Houses, Schäferwägen aus der Schreinerwerkstatt oder vom Architekten entworfenen Micro Houses das wiederholt, was zum Beispiel in der Bauwagenszene schon lange gelebt wird: Wohnen auf kleinstem Raum, flexibel, finanziell unabhängig und individuell, häufig mobil. Diese Entwicklung ist im US-amerikanischen Raum bereits auf einer breiten gesellschaftlichen Ebene angekommen und findet derzeit im europäischen Raum immer mehr Zuspruch. Hierfür gibt es viele gute Gründe:

  • Wohnen wird immer teurer. Gerade in Deutschland ist Wohnen besonders teuer, wer ein Eigenheim baut zahlt durchschnittlich 27 Jahre Kredit ab, in denen ein beachtlicher Teil des Einkommens für nichts anderes im Leben verfügbar ist.
    Besonders drastisch zeigt sich diese Tatsache in der Schuldenfalle, zu der viele Baufinanzierungen geworden sind. Zu schnelle Kreditvergaben und stark fluktuierende Zinslagen treiben Viele, die ein Eigenheim erbaut haben, in eine existenzbestimmende und in Einzelfällen existenzbedrohende finanzielle Lage. Doch auch der Mietmarkt zeigt, gerade in deutschen Ballungszentren, erhebliche Steigerungen der Preise zumeist ohne einhergehende Wertsteigerungen. Verdrängung und Verkleinerung sind die Folge.
  • Weniger Ressourcen zum Wohnen und Leben zu brauchen und somit Freiheit zu gewinnen, den Fokus im Leben auf andere, oft immaterielle, Werte zu legen ist Ziel vieler Menschen. Die Bewegung hin zu kleinen und individuellen Wohnformen spiegelt auch den Wunsch nach ökologisch nachhaltigeren Lebensformen dar. Der Ressourcenverbrauch für Gebäudebau ist immens; kleineres Bauen aus nachhaltigeren Materialien und häufig dezentralisierten Energie- und Sanitäranlagen, tritt diesem Verbrauch entgegen.
  • Immobilien dem Bedarf nach Mobilität anzupassen klingt im ersten Moment unvereinbar. Doch die ortstreue, an festen Arbeits- und Lebensmittelpunkten verankerte Biografie verliert an Normalität. Arbeit, Beziehungen und die an sie gebundenen Orte fluktuieren heute viel stärker als früher. Der Alltag vieler Menschen ist bereits von einer großen inhaltlichen und örtlichen Mobilität geprägt, die sich in zeitgemäßen Wohnformen widerspiegeln sollten. Doch im Gesetzbuch wird Wohneigentum weiterhin als die einzige unbewegliche Sache definiert.

Diese Website soll in Zukunft eine Wissens-Sammlung rund um das Thema "fundamentfreies Wohnen" bilden. In naher Zukunft werden wir diese Seite um weitere Inhalte ergänzen.

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